Krabbelgruppe

  

Krabbelgruppe - Insekten-AG

In der Realschule Bad Münstereifel gibt es seit April 2009 eine Insekten-AG, liebevoll "Krabbel-AG" genannt. Unter damaliger Leitung der Bio-Lehrer Frau Drechsler und Herr Kittner hatten sich 10 Schüler zusammengefunden, die sich jeweils am Donnerstagnachmittag in der 7. und 8. Stunde intensiv um die Einrichtung und das Kennenlernen "ihrer" Tiere kümmern. Die Schüler bildeten Gruppen und waren jeweils für eines der insgesamt vier von Herrn Kittner angeschafften Terrarien zuständig. Zu Beginn wurden alle Terrarien mit Stabheuschrecken besiedelt. Die Terrarien wurden entsprechend der Bedürfnisse der Tiere ausgestattet. Da sie in tropischen Breiten beheimatet sind, ist zum Beispiel eine hohe Luftfeuchte außerordentlich wichtig. Diese wird über eine tägliche Benebelung aus der Sprühflasche erreicht. Zur Begrünung dienen z. B. Brombeerzweige, deren Blätter von den Stabheuschrecken verzehrt und als Kletterstation genutzt werden.  Die Schülerinnen und Schüler lernen, sich verantwortungsbewusst um Lebewesen zu kümmern und erfahren auch interessantes von Tieren, die sonst eher weniger Beachtung erfahren. In den Ferien nehmen einzelne Schüler ein Terrarium zur Betreuung mit nach Hause.

 

der krabbelzoo  004Die Terrarien haben im 2. Stock des Kleinen Hauses im Flur neben dem Bioraum in der Vitrine ihr dauerhaftes zu Hause gefunden. Hier können sie von allen interessierten Schülern durch die Scheiben bewundert, bzw. gesucht werden. Denn typisch für z. B. Stabheuschrecken ist ihre Fähigkeit sich zu tarnen, indem sie einen kleinen Ast nachahmen (= Mimese). Und da Äste selten durch den Wald laufen, bewegen sich auch diese Tiere eher spärlich. Obendrein sind sie nachtaktiv, da ihre Feinde (z.B. Vögel) meist tagsüber jagen. Deswegen bewegen sie sich sozusagen im "Zeitlupentempo". Neben den Vitrinen wurden wunderschöne Baumscheiben aufgehängt. Sie werden als Informationstafeln über diese Tiere genutzt. Das Leben einer Stabheuschrecke ist gar nicht so leicht wie es scheinbar aussieht. Das auch schon vorgekommene Häuten – ein typisches Merkmal aller Insekten - ist zwar einerseits ein Zeichen, dass die Umgebung angenommen wird und sie sich wohl fühlen, bedeutet aber auch Stress, da sie zu dieser Zeit quasi wehrlos sind und hat leider auch schon ein Todesopfer (Lucy) gefordert. Dieses wurde liebevoll in einen Plastiksarg gelegt und kann auch besichtigt werden. Also kein vergeblicher Tod. Durch eine Umquartierung der verbleibenden Bewohner dieses Terrariums wurde für eine andere Art, die sogenannten "Wandelnden Blätter", Platz geschaffen. Ein faszinierendes Kuriosum in der Tierwelt. Diese Tiere werden einige Zentimeter groß und tarnen sich, indem sie die Form und vor allem die Farbe von frischen Blättern tragen. Um die Tarnung noch zu perfektionieren, kann man bei ihnen beobachten, dass sie, wie Blätter auch, scheinbar im Wind wackeln.

 

Als Nachfolger von Herrn Kittner, mittlerweile Herrn Weiler und Frau Drechsler hat sich Monika Höschler-Beer, eine Mutter eines Schülers, bereit erklärt, die AG weiter zu leiten. Natürlich haben mittlerweile die Schüler gewechselt, aber auch die Tiere. So wurden anstelle von wandelnden Blätter jetzt schwarze Samtschrecken beheimatet. Und! Zwei Vogelspinnen sind zum Schrecken vieler Lehrer eingezogen.

 

Außerdem, wie auf den Fotos (siehe Fotogalerie - Arbeitsgemeinschaften) zu sehen, bringt Frau Höschler-Beer gerne Tiere von zu Hause mit, damit die Schüler auch diese kennen lernen. Z. B. Königspythons, Leopardgeckos oder auch einfach mal einen Laubfrosch, der zwar nicht aus Deutschland stammt, aber unserem heimischen Laubfrosch doch sehr ähnlich sieht. Frau Höschler-Beer hat sich die Kenntnisse seit nahezu 16 Jahren angeeignet und achtet sehr darauf, nur Tiere aus heimischer Nachzucht zu kaufen. Leider stammen viele ihrer Tiere aus schlechter Haltung, die von den Tierschutzbehörden beschlagnahmt wurden. Auch hier lernen die Schüler, was es bedeutet, sich verantwortungsvoll um solche Tiere zu kümmern und das es nicht immer nur Spaß bedeutet, lebendige Tiere zu versorgen. Denn auch bei schlechtem Wetter müssen die Schülerinnen zum nächstgelegenen Grün und z. B. Brombeeräste abschneiden, weil dies die Lieblingsspeise der meisten Schrecken ist. Über den Ferien nehmen einzelne Schüler, nach Absprache mit den Eltern, die Terrarien zur Pflege mit nach Hause.

 

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